Wissenswertes zum Thema: Fahrzeugpflege bei Oldtimern

Für viele Menschen sind Oldtimer nicht nur alte Fahrzeuge, sie werden viel mehr als rollende Zeitzeugen gesehen, die für Geschichte, Stil, Schönheit sowie Handwerkskunst stehen. Oft handelt es sich sogar um wertvolle Klassiker, welche auch eine besondere Aufmerksamkeit erforderlich machen, damit sie optisch sowie ebenfalls technisch in optimalem Zustand bleiben.
Eine sorgfältige Pflege als auch die regelmäßige Wartung werden entscheidend zum Werterhalt sowie auch zur Fahrfreude beitragen. Für Oldtimer-Besitzer kann dies alles zu einer Herausforderungen werden, denn Ersatzteile sind nicht immer so leicht zu finden und eine falsche Pflege kann sich negativ auf den Wert des Fahrzeugs auswirken. Nachfolgend nun einige Tipps, wie man einen Klassiker bestens pflegen und warten kann:
Grundsätzliches zur Oldtimer Pflege
Vergleicht man die Pflege eines Oldtimers mit der von modernen Fahrzeugen, gibt es dabei deutliche Unterschiede. Bei Neuwagen handelt es sich häufig um robuste Materialien sowie moderne Schutzschichten. Bei Oldtimer ist dagegen ein behutsamere Vorgehensweise nötig. Lacke, vor allem dann, wenn es sich tatsächlich um den original Lack handelt, sind in der Regel empfindlicher. Und mechanische Teile sind häufig anfälliger. Einige Materialien wie Holz und Leder werden wiederum besondere Reinigungs- und Pflegeprodukte notwendig machen.
Wichtig sind generell Geduld und ein präzises Arbeiten. Ein zu schnelles Vorgehen oder die Verwendung ungeeigneter Mittel kann unnötige Schäden verursachen. Dazu ist es wichtig, sich mit möglichen Besonderheiten des jeweiligen Modells auszukennen, da jeder Oldtimer als ein Unikat mit spezifischen Anforderungen gesehen werden muss.
Die Außenpflege
Da der Lack von Oldtimern häufig empfindlicher ist als bei modernen Autos, sollte man nur milde Autoshampoos nutzen sowie aggressive Chemikalien weglassen. Ein Mikrofaser-Waschhandschuh als auch die „Zwei-Eimer-Methode“ können Kratzer bei der Reinigung verhindern.
Nach der Wäsche ist eine Politur sinnvoll, welche speziell für alte Lacke geeignet ist. Diese wird dem Lack Glanz verleihen sowie ihn vor Umwelteinflüssen schützen. Für zusätzlichen Schutz sorgt ein regelmäßiges Wachsen (2 x jährlich).
Chrom ist ein häufiges Designelement an Oldtimern. Er ist jedoch anfällig für Rost und Korrosion. Deshalb sollte man spezielle Chrom-Polituren für die Oberflächenreinigung nutzen. Diese dienen gleichzeitig auch als Schutz. Nicht geeignet sind Stahlwolle oder grobe Schwämme. Sie können Kratzer hinterlassen.
Auch die Gummidichtungen sollten regelmäßig gewartet werden. Sie können mit der Zeit spröde werden und somit keinen Schutz mehr vor Feuchtigkeit und Wind bieten. Silikonhaltige Pflegemittel können das Material geschmeidig halten sowie die Lebensdauer verlängern. Findet man sichtbare Schäden, sollten defekte Dichtungen frühzeitig ausgetauscht werden, um umfangreichere Reparaturen zu verhindern.
Die Innenpflege
Leder gehört zu den edelsten Materialien im Auto-Innenbereich. Es ist aber auch recht empfindlich. Leder sollte zuerst mit einem weichen Tuch von Schmutz/Staub befreit sowie im Anschluss mit einem geeigneten Reiniger gesäubert werden. Danach kann man eine hochwertige Lederpflege verwenden, die die Oberfläche geschmeidig hält sowie Risse verhindert.
Polster oder Teppiche kann man mit einem speziellen Textilreiniger oder Polsterreiniger behandeln. So kann man beispielsweise Sonax Polsterschaumreiniger bei waschguru bestellen. Generell sollte man darauf achten, Flüssigkeiten nur sparsam aufzutragen. Das Material darf nicht zu sehr durchnässen. Sind Risse oder abgenutzte Stellen vorhanden, kann ein Fachbetrieb häufig die Original-Materialien ersetzen.
Einige Oldtimer haben Armaturen aus Holz oder auch aus Kunststoff. Holz sollte regelmäßig mit einem speziellen Pflegemittel behandelt werden. Für Kunststoffteile wird eine milde Seifenlösung reichen. Aggressive Chemikalien, welche die Oberfläche angreifen können, sollten vermieden werden.
Die Pflege des Motors und eine regelmäßige Inspektion
Ein gut gepflegter Motor ist besonders wichtig bei jedem Oldtimer. Regelmäßig sollte das Öl gewechselt werden. Dabei muss man unbedingt ein Öl für alte Motoren wählen, weil moderne Öle häufig nicht die notwendigen Additive enthalten. Dazu ist an den Austausch von Luft- und Kraftstofffiltern zu denken. Grundsätzlich ist es mit Ersatzteilen für Oldtimer ja so eine Sache. Wichtig ist, dafür gute und zuverlässige Quellen zu haben.
Ein Oldtimer sollte regelmäßig bewegt werden, damit man Standschäden vermeiden kann. Den Motor bringt man dabei immer langsam auf Betriebstemperatur, weil dies den Verschleiß reduziert.
Außerdem muss man alle Flüssigkeiten, wie beispielsweise Brems- und Getriebeöl oder Kühlwasser, regelmäßig überprüfen. Wissen sollte man, dass alte Flüssigkeiten ihre Eigenschaften verlieren können. Deshalb muss man diese gemäß den Herstellerempfehlungen austauschen.
Pflege von Fahrwerk und Reifen
Das Fahrwerk bietet Fahrsicherheit und Komfort. Stoßdämpfer kann man regelmäßig auf Dichtigkeit und Funktion prüfen, denn alte Bauteile können schneller verschleißen. Wenn man ein schwammiges Fahrgefühl bemerkt, wird das ein deutliches Zeichen für abgenutzte Stoßdämpfer sein. Austauschen sollte man nur gegen Originalteile oder hochwertige Replikate, damit die Authentizität bewahrt werden kann.
Reifendruck sowie Gummizustand
Reifen sind bedeutend für die Sicherheit und den Fahrkomfort. Der Reifendruck muss regelmäßig und insbesondere vor Beginn einer längeren Reise (hier einige Tipps) überprüft und gemäß den Herstellerangaben angepasst werden. Auch wenn sie weniger genutzt werden, können ältere Reifen aufgrund der Materialalterung spröde werden. Reifen sollten spätestens nach 8 Jahren ersetzt werden. Manche Fachleute sagen, auch wenn das Reifenprofil noch gut aussieht, sogar nach 6 Jahren.